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Nahrung für Frühchen

Ast

Bei Frühchen und Extrem-Frühchen kann die Rolle der Nahrung nicht genug betont werden. Fällt das letzte Schwangerschafts-Drittel aus - oder die eine oder andere Schwangerschaftswoche davon - hat dies eine nachteilige Auswirkung auf das Immunsystem des Babys. Von Geburt an wird versucht, ein oft geringes Geburtsgewicht in medizinisch vernünftigem Maße aufzuholen. In der Neonatalogie bzw. vom Kinderarzt wird die Entwicklung des Gewichts anhand statistisch gemittelter Kurven beurteilt. Muttermilch bzw. Stillen ist durch nichts zu ersetzen, besonders was den Aufbau der Immunabwehr eines Frühchens angeht. Neonatalogen gehen oft noch einen Schritt weiter, indem sie die durch Abpumpen gewonnene Muttermilch mit Nahrungsergänzung anreichern (z.B. mit FM 85 oder FMS). Das bringt mehr Kalorien bei weniger Flüssigkeitsaufnahme, was einen wesentlichen Schritt zum Verhindern von Wassereinlagerung (ein häufig auftretendes Problem bei Extrem-Frühchen) darstellt. Ferner sorgen Zusätze für die Deckung des Bedarfs eines Frühgeborenen an gesunden Nährstoffen. Es gibt verschiedene Pre Nahrung und HA Nahrung (hypoallergen) auf dem Markt, die den Bedürfnissen von Frühchen sehr gut entspricht und zu einer angemessenen Gewichtszunahme beitragen. Pre Nahrung kommt von der Beschaffenheit her der Muttermilch am nächsten. Die Einhaltung des Energiewertes spielt dabei eine wichtige Rolle, um das Risiko, später an Adipositas zu erkranken, möglichst gering zu halten.

Manche Eltern stoßen nach der Entlassung Ihres Frühgeborenen auf Lieferschwierigkeiten einzelner Produkte, mit denen die Muttermilch angereichert werden soll. Es gibt Alternativen von anderen Herstellern. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt und Apotheker, damit Sie eine durchgehende Versorgung gewährleisten können. Achten Sie darauf, dass die Baby Nahrung der europäischen Gesetzgebung zu Säuglings- oder Folgenahrungen entspricht, da es auch schwarze Schafe auf dem Markt gibt.

Was heißt eigentlich hypoallergen?

Laut Definition bezeichnet hypoallergen (= "wenig Allergene enthaltend") eine Nahrung, die von 90% der Menschen, die eine Kuhmilch-Allergie aufweisen, trotzdem toleriert wird.

Muttermilch und Stillen im Krankenhaus?

Angesichts der Unreife des Magen-Darm-Traktes stellt Muttermilch die optimale Ernährung für die Verdauung von Frühgeborenen dar. Bei extremer Frühgeburtlichkeit untersucht das Krankenhaus die Muttermilch auf Bakterien. Diese können z.B. von der Haut (selbst nach intensiver Reinigung) in die Milch übergehen. Reif geborenen Babys machen diese Bakterien nichts aus, für Frühchen stellen sie ein Risiko dar. Manche Mütter müssen daher wochenlang warten, bis das Baby reif genug ist, die Muttermilch zu erhalten. Unser Tipp: Frieren Sie die Milch nach dem Abpumpen zur späteren Verwendung ein! Das ist besonders dann ratsam, wenn Sie über wenig Milch verfügen. In vielen Krankenhäusern ist das Einfrieren vor Ort möglich.

Das Thema Stillen ist bei Frühchen ein Besonderes

Je nach SSW sind Frühgeborene zu schwach, um von der Brust zu trinken. Es bleibt somit nichts anderes übrig, als von Magensonde auf Flasche umzustellen. Sind sie jedoch das "einfache" Trinken von der Flasche erst einmal gewöhnt, ist eine 100% Deckung durch Stillen kaum mehr zu erreichen.